Mahngang Täterspuren – Opfermythen dekonstruieren

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Ein historischer Stadtrundgang.

Am 10. April 2015 jährt sich die Bombardierung Plauens in der Endphase des zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Wir, ein Bündnis aus Antifaschist*Innen und zivilgesellschaftlich engagierten Menschen, wollen in diesem Jahr zum zweiten Mal durch einen Täterspurenmahngang auf die Rolle Plauens im Nationalsozialismus aufmerksam machen. Der Jahrestag der Bombardierung wurde in den vergangen Jahren bereits drei Mal durch Neonazis zum Anlass genommen, einen geschichtsrevisionistischen „Trauermarsch“ durchzuführen.mahngang2015_01
Doch auch in der Mitte der Gesellschaft finden sich Ansätze, die eine Relativierung der herausragenden Rolle der Stadt für den Aufstieg des NS-Regimes betreiben. Dies geschieht durch ein explizites Gedenken an die „deutschen Opfer“ unter Ausblendung der Verwicklung der Bevölkerung in Waffenproduktion, Verfolgung und Deportation.
Opfermythen verklären oder verharmlosen die deutsche Vergangenheit, deuten sie nach konservativ-nationalistischen Ideologien um und verhindern somit eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. In Zeiten von „PEGIDA“, wo auf Sachsens Straßen der Mob gegen Migrant*Innen hetzt und antisemitische, rassistische und nationalistische Versatzstücke mischt, ist eine offensive Gegenbewegung zu rechtem Gedankengut nötig. Eine kritische Thematisierung der deutschen Geschichte, auch hier vor Ort in Plauen, ist ein wichtiger Bestandteil dieser Auseinandersetzung.
Auch im Jahr 2015 werden wir wieder mit einem Geschichtsrundgang auf Orte aufmerksam machen, die im Kontext der Täter des NS-Regimes eine Rolle spielten.
Wir rufen am 10. April um 16 Uhr zum gemeinsamen Mahngang auf, der an der Friedensschule beginnt.